Der Text von Hubert Thurnhofer beschreibt diese Begriffe, im gesellschaftspolitischen Sinn
und weitet diese Begriffe in die richtige Richtung weiterer Kriterien von Arbeit und Leistung
aus: Ich möchte noch einige Aspekte hervorheben, die gerade in unserer
Wohlstandsgesellschaft zuwenig Beachtung finden. Wenn wir uns die überschaubaren
Generationen des letzten Jahrhunderts und die letzte Generation des 21. Jahrhunderts, vor
Augen halten, dann erkennen wir den sich sukzessiv ansteigenden ANSPRUCH an das
persönliche Leben seit dem zweiten Weltkrieg. Ich möchte fast sagen „wehleidigen“
Anspruch an das eigene Leben, der das Denken und das damit einhergehende Verhalten
beeinflusst: Ich habe Ansprüche – ich bin berechtigt Ansprüche zu haben! Frankl hat diese
Einstellung richtig erkannt und kurz zusammengefasst: Nicht „Das Leben ist mir etwas
schuldig,– sondern „was bin ICH dem Leben schuldig“! Und hier, in den
zwischenmenschlichen, ethisch- moralischen, aber auch gesellschaftspolitischen Bereichen
ist Ausdauer und Rücksichtnahme, Verantwortungsbereitschaft, Widerstandskraft und
Belastbarkeit, Beharrlichkeit und Durchhalten, unter welchen Bedingungen auch immer, als
Arbeit und Leistung zu bewerten.